Die medizinische Gentherapie steht vor einer Revolution: Mithilfe der neuen Genschere CRISPR-Cas kann man Gene schnell, kostengünstig und zuverlässig verändern, um so bestimmte Krankheiten zu behandeln. Bei der Unterhausdebatte wird diskutiert, welche Chancen und Risiken die Genomchirurgie bieten könnte.

Die Genomchirurgie verändert unser Erbgut. Das neue Werkzeug CRISPR-Cas schneidet die Erbsubstanz DNA präzise an ausgewählten Stellen. Damit kann man sehr zielsicher Gene ausschalten, verändern oder neue Gene an einer bestimmten Stelle einfügen. Welche Chancen und Risiken und welche ethischen Fragen sind damit verbunden? Und inwieweit wollen wir gentechnologische Methoden in der Medizin anwenden?

Expertinnen und Experten erläutern den fachlichen Hintergrund und diskutieren anschließend mit den Teilnehmenden. Wie im englischen Unterhaus zeigt das Publikum mit der Wahl des Sitzplatzes, ob es dem jeweiligen Aspekt zustimmend oder ablehnend gegenübersteht. So entstehen vielfältige Meinungsbilder.

Die Veranstaltung dauert 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Experten

Foto: Universitätsklinikum Jena

Prof. Dr. med. Christian Hübner

Universitätsklinikum Jena

Christian Hübner ist Facharzt für Humangenetik und leitet seit 2010 das Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Jena. Das Institut hat eine Brückenfunktion zwischen Krankenversorgung und der Grundlagenforschung. Prof. Hübner forscht zu den Mechanismen genetisch-bedingter seltener Erkrankungen, wofür er auch neue Methoden der Genom-Editierung verwendet.

Dr. Robert Ranisch

Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Tübingen

Robert Ranisch ist Leiter der Forschungsstelle „Ethik der Genom-Editierung“ am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Tübingen und Geschäftsführer des Klinischen Ethik-Komitees am Universitätsklinikum Tübingen. Studium der Philosophie, Ethik und Politikwissenschaft u.a. an den Universität Warwick, Jena, Oxford und Tübingen. Promotion mit einer bioethischen Studie an der Universität Düsseldorf.

Kathrin Zinkant

Süddeutsche Zeitung

Kathrin Zinkant moderiert die Unterhausdebatte. Sie hat Biochemie studiert und schrieb für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Zeit Online. Seit August 2014 ist sie Redakteurin im Wissen-Ressort der Süddeutschen Zeitung.

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Großer Sitzungssaal der Rosensäle
Friedrich-Schiller Universität Jena
Fürstengraben 27
07743 Jena