Eine neue Methode ermöglicht es, Gene schneller, günstiger und zuverlässiger zu verändern. Damit kann man sehr zielsicher Gene ausschalten, verändern oder neue Gene an einer bestimmten Stelle einfügen. Könnten wir damit Krebs, Malaria oder sogar Erbkrankheiten heilen?

Welche Chancen und Risiken könnte die Genomchirurgie bieten? Und in wie weit wollen wir gentechnologische Methoden in der Medizin anwenden? Diese Fragen bedürfen einer gesellschaftlichen Diskussion, die wir mit dieser Veranstaltung anstoßen möchten.

Expertinnen und Experten stellen die neue Methode vor. Dann diskutieren sie mit den Teilnehmenden gemeinsam unterschiedliche Aspekte. Wie im englischen Unterhaus zeigt das Publikum mit der Wahl des Sitzplatzes, ob es dem jeweiligen Aspekt zustimmend oder ablehnend gegenübersteht. So entstehen vielfältige Meinungsbilder.

Die Veranstaltung dauert 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Experten

Foto: T. Faltus

Dr. Timo Faltus

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Timo Faltus studierte Biologie und Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main. Zurzeit forscht er an der Martin-Luther-Universität Halle unter anderem zu Medizinrecht, Gen-/Biotechnologierecht und Umweltrecht. Besonders ausführlich befasst er sich mit rechtlichen Fragen der Stammzellenforschung, der Gentherapie und der Fortpflanzungsmedizin. Seit Oktober 2016 ist er Verbundkoordinator des vom BMBF geförderten Verbundprojekts „GenomELECTION“.

Foto: K. Börner

Dr. Kathleen Börner

Universitätsklinikum Heidelberg

Kathleen Börner studierte molekulare Biotechnologie in Jena und Dresden. Zurzeit forscht sie am Universitätsklinikum Heidelberg im Rahmen eines Kooperationsprojektes von DZIF (Deutsches Zentrum für Infektionsforschung) an neuen anti-HIV Therapieansätzen. Einer Heilung von HIV/AIDS steht vor allem die Fähigkeit des HI-Virus im Weg, sich stabil in das Erbgut des Patienten einzubauen und dort zu verweilen. Durch molekulare Scheren, wie CRISPR-Cas, möchte man das HI-Virus zukünftig von infizierten Zellen entfernen.

Foto: Leopoldina

Dr. Johannes Fritsch

Nationale Akademie der Wissenschaften - Leopoldina

Dr. Johannes Fritsch studierte in Berlin und Pennsylvania, USA. Seine Forschung beschäftigte sich mit bakteriellen Metallo-Enzyme, die Wasserstoff umsetzen. Seit 2013 war er wissenschaftlicher Referent der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, wo er u.a. mit Themen wie der Genomchirurgie und der Freiheit sowie Verantwortung der Wissenschaft befasst ist. Seit 2015 leitet er die Geschäftsstelle des Gemeinsamen Ausschusses zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung von Leopoldina und DFG.

Kathrin Zinkant

Süddeutsche Zeitung

Kathrin Zinkant moderiert die Unterhausdebatte. Sie hat Biochemie studiert und schrieb für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Zeit Online. Seit August 2014 ist sie Redakteurin im Wissen-Ressort der Süddeutschen Zeitung.

Katja Machill

Wissenschaft im Dialog

Katja Machill moderiert die Unterhausdebatte mit. Sie leitet bei Wissenschaft im Dialog die Online-Kommunikation, die Citizen-Science-Plattform Bürger schaffen Wissen, sowie das Crowdfunding-Projekt Sciencestarter.

Anfahrt

Nationale Akademie der Wissenschaften – Leopoldina
Jägerberg 1
06108 Halle (Saale)