Die medizinische Gentherapie steht vor einer Revolution: Mithilfe der neuen Genschere CRISPR-Cas kann man Gene schnell, kostengünstig und zuverlässig verändern, um so bestimmte Krankheiten zu behandeln.

Hilft diese neue Methode dabei, Krebs, Malaria oder sogar Erbkrankheiten zu heilen? Und welche Chancen und Risiken sind damit verbunden? Denn die Genomchirurgie greift in unser Erbgut ein. Auch die Rechtslage für solche neuen Therapien ist noch nicht geklärt.

Der Biologe Prof. Stefan Schulte-Merker von der Westfälische Wilhelms-Universität Münster und die Juristin Silvia Deuring von der Universität Mannheim erläutern den fachlichen Hintergrund und diskutieren anschließend mit den Teilnehmenden. Wie im englischen Unterhaus zeigt das Publikum mit der Wahl des Sitzplatzes, ob es dem jeweiligen Aspekt zustimmt oder ihn ablehnt. So entstehen vielfältige Meinungsbilder.

Die Veranstaltung dauert 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Experten

Foto: S. Schulte-Merker

Stefan Schulte-Merker

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Stefan Schulte-Merker ist Entwicklungsgenetiker und seit 2014 Professor in Münster. Er promovierte in Tübingen und arbeitete in Deutschland und den Niederlanden. Prof. Schulte-Merker untersucht bei Zebrafischembryonen und Mäusen die Entwicklung der Blut- und Lymphsysteme sowie die Knochenentwicklung. Für die Forschung verwendet er auch neue Methoden der Genom-Editierung. Die Forschungsergebnisse helfen, die Mechanismen menschlicher Erkrankungen zu verstehen.

Foto: S. Deuring

Silvia Deuring

Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim

Die Juristin Silvia Deuring studierte in Mannheim und absolvierte am OLG Karlsruhe das Rechtsreferendariat. Aktuell promoviert sie an der Universität Mannheim sowie an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne. Im Rahmen ihrer Forschung analysiert sie ethische und rechtliche Aspekten der Genomchirurgie, insbesondere in Bezug auf Eingriffe in die menschliche Keimbahn. Sie untersucht, inwieweit die aktuell geltenden Gesetze neue gentechnologische Verfahren noch zu erfassen vermögen.

Michael Lange

Wissenschaftsjournalist

Michael Lange moderiert die Unterhausdebatte. Er arbeitet seit 1991 als freier Wissenschaftsjournalist vor allem im Bereich der Biowissenschaften und Biomedizin. Er ist u. a. für den Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und WDR 5 tätig.

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